Die KLAR! Stiefingtal baut in ihrer dritten Weiterführungsphase (2026–2029) auf den Erfolgen der bisherigen Projektphasen auf und positioniert sich als Modellregion gegen
sommerliche Überhitzung.
Die sechs Mitgliedsgemeinden der Klöeinregion Stiefingtal setzen insgesamt sechs Maßnahmen um:
Ziele sind die Stärkung der Klimaresilienz gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen, die Sensibilisierung der Bevölkerung für Anpassungsmaßnahmen, der Schutz
vulnerabler Gruppen bei Hitzewellen sowie die Verstetigung von Klimawandelanpassung in den kommunalen Strukturen.
Kommunen stehen im Zuge des Klimawandels zunehmend vor der Herausforderung, konkrete Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen umzusetzen.
bwohl auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zahlreiche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten mit eindeutigem Klimawandelanpassungs-Bezug existieren (z. B. „Naturgefahren im Klimawandel" der KPC, „Blau-Gelb-Grün" der LE 23–27, ELER-Maßnahmen zu Wasserrückhalt und Bodenschutz, Landesförderungen Steiermark zu Trinkwasserversorgung, Hochwasserschutz und Versickerung, INTERREG-Projekte sowie kommunale Klimawandelanpassungs-Sonderprogramme), fehlt es den Gemeinden häufig
an Übersicht, an einer klaren Filterung auf KLAR-Relevanz, an zielgruppenspezifischer Aufbereitung sowie an kompetenter Erstberatung.
Die geplante Förderdrehscheibe arbeitet daher ausschließlich mit Förderprogrammen, die einen unmittelbaren Bezug zur Klimawandelanpassung in den KLAR-Schwerpunktfeldern Wasser, Hitze, Naturgefahren, Biodiversität, Siedlungsraum und klimafittes Bauen aufweisen. Förderungen ohne KLAR-Bezug (z. B. reine Klimaschutz- oder Energieeffizienzförderungen, allgemeine Wirtschafts- oder Tourismusförderungen) werden ausgeschlossen, um eine klare Abgrenzung zu KEM, LEADER und anderen Programmen sicherzustellen. Die KLAR-Relevanz wird für jede Förderung anhand eines Kurzkriterienkatalogs (Bezug zu klimawandelbedingten Betroffenheiten der Region, Anpassungswirkung im Sinne der Österreichischen Anpassungsstrategie / NAS, Übereinstimmung mit dem KLAR-Maßnahmenpool) dokumentiert und im Förderscreening transparent ausgewiesen.
Das Stiefingtal ist aufgrund seiner geografischen Lage und der prognostizierten Klimaentwicklung besonders von sommerlicher Überhitzung, Starkregenereignissen und Trockenheit betroffen. Die Kühlgradtage werden bis 2050 um 106,8 KGT zunehmen - ein Wert weit über dem steirischen Schnitt. Diese Betroffenheit erfordert verstärkte Investitionen in
Anpassungsmaßnahmen, die durch die Förderdrehscheibe gezielt unterstützt werden.
Von den nicht landwirtschaftlich genutzten Grünflächen liegt in der KLAR! Stiefingtal der Großteil in privaten Gärten und nicht im öffentlichen Raum. Darum ist es besonders wichtig, auch in diesem Bereich auf klimafitte und artenfreundliche Bepflanzung zu achten.
Die Betroffenheit durch Trockenperioden, vermehrte Verdunstung durch höhere Temperaturen und Starkregenereignisse werden auch in den privaten Gärten ihre Spuren hinterlassen und den Gießwasserbedarf erhöhen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.
Es gibt viele Möglichkeiten, heimischen Kleintieren, Vögeln und Insekten geeignete Nist-, Futter- und Wohnmöglichkeiten mit heimischen und robusten Bepflanzungen anzubieten.
Die Auswahl der richtigen Pflanzen, die eine gewisse Trockenheitsresistenz haben und für eine Blüte von Frühjahr bis Herbst sorgen, ist besonders wichtig.
Zur sichtbaren Verankerung der Maßnahme in der Region werden insgesamt 2 Beispielgärten in zwei unterschiedlichen Gemeinden der KLAR! Stiefingtal angelegt. Diese dienen als Anschauungs- und Lernorte für Gartenführungen, Beratungen und Fachvorträge und veranschaulichen praxisnah klimaangepasste, biodiversitätsfördernde Gartengestaltung unter
unterschiedlichen Standortbedingungen.
Das Stiefingtal ist mit einer prognostizierten Zunahme der Kühlgradtage um 106,8 KGT besonders von sommerlicher Überhitzung betroffen. Klimawandelangepasste Naturgärten mit erhöhter Verdunstung und Beschattung tragen wesentlich zur Verbesserung des Kleinklimas bei und reduzieren gleichzeitig den Kühlbedarf in angrenzenden Gebäuden.
Doppelnutzung Gründach und Photovoltaik:
Eine Kombination aus Gründach und Photovoltaik bietet sowohl Klimaschutz- als auch Anpassungseffekte:
- Die Verdunstungskühlung durch das Gründach steigert den PV-Ertrag um bis zu 5%,
- reduziert Abflussspitzen bei Starkregen,
- verbessert das Kleinklima,
- wirkt als zusätzliche Dämmung im Sommer und Winter
- und verlängert die Lebensdauer der Dachabdichtung.
In der Region entstehen zunehmend Gebäude mit Flachdächern, die sich ideal für diese Kombination eignen.
Regenwassernutzung:
Regenwasser fließt vom Dach oft in großen Mengen ungebremst in den Kanal und führt bei größeren Regenereignissen zur Überlastung der Systeme. Im Gegenzug wird wertvolles Trinkwasser für Nutzungen verbraucht, für die Regenwasser bestens geeignet wäre.
egenwassernutzung, Speicherung, Versickerung oder Verdunstung werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Leuchtturmprojekt:
Die geplante "klimafitte Bushaltestelle" mit extensivem Gründach, PV-Anlage und Nutzung als autonome E-Tankstelle dient als medienwirksames Vorzeigebeispiel.
Eine Schautafel vermittelt die Vorteile der Dachbegrünung und Doppelnutzung.
Das Stiefingtal ist mit einer prognostizierten Zunahme der maximalen Niederschlagsmenge um 7 mm pro Tag besonders von Starkregenereignissen betroffen. Gleichzeitig steigt der Kühlbedarf signifikant (106,8 KGT). Gründächer und verbesserte Regenwassernutzung adressieren beide Herausforderungen.
In der KLAR! Stiefingtal wird ein Klima-Lehrpfad entlang der Stiefing in Kooperation mit Vereinen, Pfarren und Bildungseinrichtungen angelegt, der die Auswirkungen des Klimawandels auf das regionale Ökosystem vermittelt.
Öffentliche Diskussionen über die Bewirtschaftung von Grünräumen, Fluss- und Gewässeruferbereichen zeigen, dass die Bevölkerung häufig wenig Verständnis für notwendige Eingriffe hat.
Der Lehrpfad informiert proaktiv über die Bedeutung der Pflege sensibler Biotope, um Extremwetterereignissen wie Starkregen und Hochwasser vorzubeugen. Dazu gehören Hinweise zu Alter und Pflege von Bäumen, Schutz vor Verklausungen, standortgerechte Bepflanzung und Schädlingsmanagement.
Die 6 Gemeinden der KLAR!-Region verfügen über zahlreiche kleine Gewässer und Flüsse, die durch den Lehrpfad in ihrer ökologischen Bedeutung und der Notwendigkeit einer angepassten Pflege vermittelt werden.
Das Stiefingtal ist mit einer prognostizierten Zunahme der Starkniederschläge und Hochwasserereignisse besonders betroffen.
Der Lehrpfad trägt zur Sensibilisierung bei und fördert das Verständnis für notwendige Vorsorgemaßnahmen.
Der Klimawandel führt zu häufigeren Hitzewellen, insbesondere in verbauten, versiegelten Gebieten.
Die Maßnahme "Wasser gegen Hitze" fokussiert auf die Hitzebekämpfung mit Schwerpunkt Wasser. Dabei geht es um Versorgungssicherheit, die Resilienzsteigerung der Systembelastbarkeit im Bereich der kommunalen Wasserversorgung, die Berücksichtigung vulnerabler Gruppen, die Steigerung der Aufenthaltsqualität, die Reaktivierung sowie Forcierung von Hausbrunnen sowie die medienwirksame Errichtung von Trinkbrunnen.
Die Trinkbrunnen werden an zentralen, stark frequentierten Orten der Region in allen sechs Gemeinden errichtet: an Schulen, Kindergärten, Ortszentren, Spielplätzen und zentrumsnahen, barrierefrei zugänglichen Grünflächen entlang von Gewässern.
rinkwasser ist nicht nur lebensnotwendig, sondern auch ein Symbol für Klimaanpassung.
Das Stiefingtal ist mit einer prognostizierten Zunahme der Kühlgradtage um 106,8 KGT - weit über dem steirischen Schnitt - besonders von sommerlicher Überhitzung betroffen. Personen, die gegenüber sommerlicher Überhitzung empfindlich sind (z. B. Kleinkinder oder ältere Menschen), werden vom Klimawandel im Stiefingtal stark betroffen sein.
Im Stiefingtal sind in den letzten Jahren vermehrt Starkregenereignisse aufgetreten, welche kleinräumige bis großräumige Auswirkungen auf die Region hatten. Diese treten oftmals sehr spontan auf und lassen keine oder kaum kurzfristige Vorbereitungsmöglichkeiten zu.
Gegenüber Starkregenereignissen muss daher im Stiefingtal eine systemische Vorsorge erfolgen, damit die Resilienz im Allgemeinen stark gesteigert werden kann.
Aber auch andere Wetterextremereignisse, wie Hagelunwetter, lange Trockenperioden, extreme Hitze oder Stürme haben im Stiefingtal in den letzten Jahren großen Schaden verursacht. Eine Neuevaluierung der Betroffenheit ist durch das zunehmende Wetter- und Klimarisiko notwendig.
"Wir sind die erste Generation, welche den Klimawandel am eigenen Leib verspüren kann, und unter Umständen auch die letzte Generation die wirklich etwas dagegen unternehmen kann".
Bürgermeister a.D. Ing. Mag. Wolfgang Neubauer
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!)“ durchgeführt.
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