Projektgruppen: Erosionsschutz auf Ackerflächen

Erosionsschutz auf Ackerflächen

Mit viel Innovationsgeist probieren Landwirte im Stiefingtal seit mehreren Jahren unterschiedliche Maßnahmen gegen Bodenabtragung aus.

Landwirtschaftliche Flächen sind durch Wetterextreme wie Starkniederschläge und Trockenheit besonders oft von Bodenerosion und Verschlämmung betroffen. Neben dem Verlust von wertvollem Boden sind auch die finanziellen Einbußen beträchtlich. Die Fruchtbarkeit der Böden leidet unter dem Nährstoffverlust. Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel gehen verloren und sammeln sich an nicht gewünschten Stellen. Gewässer werden verunreinigt. Verstopfte Kanäle verursachen Überschwemmungen und beeinträchtigen das Straßennetz und angrenzende Grundstücke.

Seit einigen Jahren beschäftigt sich der Landwirt Hannes Obendrauf mit Boden- und Erosionsschutz. In Zusammenarbeit mit Ing. Stefan Neubauer und DI Reinhold Pucher von der Landwirtschaftskammer Steiermark, welche die wissenschaftliche Begleitung des Projektes übernommen haben, versucht er, durch pfluglose Bodenbearbeitung und Mulchsaaten Bodenerosion zu vermeiden, Humus aufzubauen und CO2 zu binden.

Foto 1: v.l.n.r. Ing. Mag. Wolfgang Neubauer, Obmann der KLAR! Stiefingtal; Isabella Kolb-Stögerer, verantwortlich für die KLAR! Stiefingtal; Hannes Obendrauf, Landwirt; c KLAR! Stiefingtal

Foto 2: Landwirt Hannes Obendrauf; c KLAR! Stiefingtal

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Projekt-Neuigkeiten

Veruchsstandorte gesucht

Ein wichtiger Beitrag zum Bodenschutz im Stiefingtal ist die Vermeidung von Bodenerosion auf landwirtschaftlichen Flächen. Dazu ist eine möglichst dauerhafte Bedeckung des Bodens mittels Zwischenfrüchten oder Pflanzenreste der Vorfrucht nötig.

Um praxisnahe Daten zu erhalten, sollen in der gesamten Region Stiefingtal auf etwa 10 ha Zwischenfruchtkulturen angebaut werden, max. Schlaggröße 1 ha. Deren Auswirkungen auf den Boden und den nachfolgenden Hauptkulturen (Mais, Kürbis und Hirse) werden erforscht. Es sollen nicht nur bestehende Zwischenfruchtmischungen verwendet werden, sondern auch andere Pflanzen.



210715_Bodenschutz.pdf

Versuchsbesichtigung “Erosionsschutz beim Kürbisanbau”

AKTIVER SCHUTZ UNSERER FRUCHTBAREN BÖDEN

Geeignete Pflanzen zur Begrünung von Feldern verhindern das Wegschwemmen von Erde bei Starkregen. Sie werden im Frühling in die Erde eingearbeitet. Regenwürmer und Bodenlebewesen finden mehr Nahrung. Sie lockern den Boden auf und es entsteht eine Humusschicht. Der humusreiche Boden nimmt ein viel mehr Wasser auf und die wertvolle Erde wird nicht auf die Straße geschwemmt. 


Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar: Hitze- und Dürreperioden treten vermehrt auf, Starkniederschläge, Hagelunwetter in Kombination mit Stürmen nehmen tendenziell zu. Landwirtschaftliche Flächen sind daher oft von Bodenabtragung und Verschlämmungen betroffen. Wertvoller Boden geht verloren. Die wirtschaftlichen Einbußen für die Landwirte sind beträchtlich. Bäche und Flüsse werden verunreinigt, die Straßen von Vermurungen bedroht.Hier wirken die Landwirte entgegen. Sie beschäftigen sich mit Mulchsaat und pflugloser Bodenbearbeitung.

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200918_Bericht_Versuchsbesichtigung_1.pdf

Mit begrünten Feldern Abschwemmung verhindern

Autor: Ing. Stefan Neubauer

Mulchsaaten zählen zu den besten Maßnahmen gegen Bodenerosion. Wird Mais im Mulchsaatverfahren angebaut, kann der Bodenabtrag deutlich reduziert werden. Je mehr Mulchmaterial an der Oberfläche liegt und den Boden vor dem direkten Aufprall von Regentropfen schützt, desto geringer ist der Bodenverlust.

Nach frühräumenden Kulturen wie Getreide können Begrünungen angelegt werden, die sehr gut anwachsen und somit optimale Bedingungen für Mulchsaaten schaffen. Bei diesen Begrünungen werden meistens abfrostende Kulturen verwendet, weil diese Flächen im Frühjahr – gegenüber jenen mit winterharten Begrünungen – leichter zu bearbeiten sind.

Foto: c Hannes Obendrauf



Mit_begr%C3%BCnten_Feldern_Abschwemmung_verhindern_1.pdf

Schauversuchsfeld Familie Obendrauf

Autor: Ing. Stefan Neubauer
Im Sommer 2018 wurde im Rahmen der KLAR Stiengtal am Betrieb Obendrauf in Lappach ein Versuch
mit verschiedenen Begrünungsmischungen angelegt, um die Vor- und Nachteile der einzelnen Mischungen in der Region abzuklären.

Näheren Informationen im Infoblatt:



200608_Schauversuchsfeld.pdf

Welche Faktoren beeinflussen die Bodenerosion?

Autor: Ing. Stefan Neubauer

Bodenabtrag passiert nicht einfach so, sondern ist von bestimmten Faktoren abhängig. Die Niederschlagsmenge ist hierbei ein wesentlicher Faktor.

In Berechnungsprogrammen für die Ermittlung des Bodenabtrags von landwirtschaftlich genutzten Flächen werden darüber hinaus folgende vier Faktoren berücksichtigt:

  • Geländebeschaffenheit
  • Niederschlag
  • Boden
  • Bewirtschaftung


200608_Bodenerosion.pdf